Weihnachtsoratorium

Weihnachtsoratorium Johann Sebastian Bach

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Weihnachtsoratorium mit Jazz-Resonanzen

Freuen Sie sich auf außergewöhnliche Konzerte. 50 Sängerinnen
und Sänger, Vokalsolisten, 1 Organist, 1 Paukist und 9 Saxophone spielen Bachs Meisterwerk (Teile I bis III). Saxophone treten an die Stelle der Streicher, Trompeten, Flöten, Oboen und harmonieren mit dem Chor und den Sängersolisten. Damit nicht genug: eingeschobene Jazz-Stücke nehmen Bachs Melodien und Harmonien auf und schlagen Brücken zu heutiger Musik.
2014 wurde das Stück in Oldenburg uraufgeführt, 2015 in Bielefeld gespielt, Publikum und Presse waren begeistert:

Weihnachtsoratorium Bielefeld 2015

NW vom 13.12.2016:
„Bemerkenswertes Weihnachtsoratorium

von Thomas Dohna

„Zur ostwestfälischen Adventszeit gehört Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium. Die meisten Aufführungen folgen der Tradition. Die evangelische Kantorei Jöllenbeck und die Westfälischen Saxophoniker beschritten im Konzert zum zehnjährigen Bestehen des Kulturkreises Brake einen anderen Weg. Damit brachten sie die wohl bemerkenswerteste Aufführung der Saison vor die Ohren des Publikums in der sehr gut besuchten evangelischen Kirche Brake. … Bootz legte mit seinem Arrangement der Kantaten 1 bis 3 des Bachschen Oratoriums ein „Best of“ seiner Fähigkeiten vor: fast getreue Übernahme des originalen Notentextes bis hin zur notierten Improvisation über die Harmoniefolgen der Vorlage. Dass Bachs Musik ein besonderer „Drive“ innewohnt, haben schon Viele entdeckt. Wann hat man schon einmal einen so swingenden Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“ gehört, … Das Publikum bedankte sich mit langem und herzlichem Applaus für diese bereichernde Aufführung des vielgespielten Werkes.

NW vom 22.12.2015:
„Spielerisch eingeschwebter Barock

von Rainer Schmidt

„… Unter dem leidenschaftlichen Dirigat der Kirchenmusikdirektorin Beate Besser singt der Chor zupackend und gelöst, die polyphonen Stimmeinsätze kommen satt und präzise gestaffelt. …
Die ausschließlich auf Saxophone setzende Orchestrierung erlebten die Besucher der voll besetzten Johanniskirche als reizvolle Abweichung vom konventionellen Barockorchester. Durchaus nicht als Imitat dessen ist zu verstehen, was Andreas Bootz für seine neun Bläser umfassende „Westfälischen Saxophoniker“ arrangiert hat. Im Vordergrund steht der elegante, klar fokussierte und vibratolos gehaltene Ton des Saxophons, auch beibehalten als im Nachklang zur Arie „Bereite dich, Zion“ der 6/8tel Takt unvermittelt heftig ins Swingen gerät, um einem Instrumentalsolo die Grundlage zu bieten. Erst spät im Programm scheinen weitere Klangfarben auf, etwa in der Choralbegleitung ein der Oboe verwandter Ton des Altsaxophons, das auch in einem weiteren Jazzeinschub eine rauere Färbung annehmen darf. Flexible Gruppierung fördert hier Transparenz. Zum instrumentalen Pastorale zu Beginn der zweiten Kantate findet sich wiederum das ganze Ensemble ein, bereitet mit lieblich-poetischer Klanggestaltung auf den Einzug der Engel vor.

Weihnachtsoratorium Bielefeld 2015

Ehe Chor, Pauken und alle Saxophone mit „Herrscher des Himmels“ das Finale einläuten, demonstriert Bootz wie spielerisch locker Barock in heutige Musikformen einschweben kann. Ein frisches Intermezzo auf Pop-verdächtigem Generalbass und ein „Sphärenbach“, aufbauend auf einem kleinen, intensiv pulsierenden Motiv, das trickreich durch alle Klangregister weitergereicht wird, rahmen unter Verwendung der von Bach hier angelegten Harmonien die Arie „Schließe mein Herz“ ein. Kosmische Signale, Kometenschweif, lang anhaltender, begeisterter Applaus.“

WB vom 21.12.2015:
„Der Groove des Thomaskantors

von Uta Jostwerner

„Bach war ein Jazz-Musiker. Wer bislang noch Zweifel daran hegte, dass die Werke des berühmten Barockmusikers hervorragend grooven und swingen, sofern man sie nur geschickt bearbeitet, wurde am Samstagabend in der Johanniskirche eines Besseren belehrt. … So meint man Trompeten, Fagotte und Oboen zu hören … Andererseits übertreffen sich die neun Musiker des semiprofessionellen Saxophonensembles darin, den hochgesteckten spieltechnischen Anforderungen Genüge zu tun. Da wird auf das sonst so typische Vibrato verzichtet. Statt dessen spielen die Westfälischen Saxophoniker höllisch schwierige Läufe und Arabesken oder solistische, sehr gefühlvolle Begleitsequenzen als sei das die selbstverständlichste Sache der Welt.

Weihnachtsoratorium Bielefeld 2015

Beate Besser, die quirlige energiegeladene Leiterin des Oldenburger Chors, die mit ganzem Körpereinsatz dirigiert und schon mal erzittert um ihrem Chor ein chrescendo zu entlocken, macht es auch nicht leichter und fegt mit vitalfrischen Tempi, häufig sogar „atacca“ durch die Kantatensätze. Nichts für Schlafmützen. Wen wundert’s, dass der Chor gerade in den fordernden Chorsätzen zur Höchstform auflief. …“

Weihnachtsoratorium in Oldenburg:

NWZ vom 23.12.2014:
„Frischer Wind schlägt Seiten im Bach-Buch um

von Horst Hollmann

Stellt euch vor, Johann Sebastian Bach sitzt als Grenzbeamter in einem Büro und muss entscheiden, ob er fremde Leute durchlässt. Kommen neun Musiker mit Saxofonen, wollen ins Land der großen klassischen Harmonie – und dort ausgerechnet Bach spielen! Da mag er misstrauisch abwägen. Aber gut, dieser Grenzer ist offen für fremde Einflüsse. Also: Geht rein und spielt Bach!
Und wie diese neun Bach spielen! Sie treten in der voll besetzten Ohmsteder Kirche an die Stelle der Streicher, Trompeter, Flötisten und Oboisten, die sonst den Instrumentalpart in Bachs Weihnachtsoratorium prägen. Diese „Westfälischen Saxofoniker“ harmonieren perfekt mit dem Ohmsteder Vokalensemble und den Sängersolisten. Ausgedacht hat sich den Streich, die Kantaten 1 bis 3 mit dem Nonett und Pauken partiturgerecht zu musizieren und dazu maßvoll Jazz-Resonanzen einzustreuen, Kantorin Beate Besser. Er ist prächtig gelungen.

Weihnachtsoratorium Bielefeld 2015

… Kontrabass-Saxofonist Andreas Bootz vom Bielefelder Ensemble … den barocken Part maßgerecht übertragen und die Stilabweichungen geschmackssicher arrangiert. Da entwickeln sich Swing und Groove etwa aus der Alt-Arie „Bereite dich Zion“ heraus und kehren im Bogen ebenso zum Original zurück wie am Schluss im Chor „Herrscher des Himmels“. … Es schärft die Ohren, Harmonien anders zu hören, Linien auch über Seitenwege zu verfolgen. Im offenen Bach-Buch schlägt ein frischer Wind die Seiten um.

Die Aufführungspraxis setzt hier das Weihnachtsoratorium sowohl in einen historischen als auch zeitgenössischen Kontext. Die Bläser sind keine Rattenfänger, die die Musik nur anregend in die Ohren träufeln. Sie dringt viel tiefer. Dabei kommt sie nicht feierlich steif daher, obwohl sie nach außen kaum mit Pracht und Prunk geizt. Aber sie wärmt nach innen die Herzen.

Gut, dass nur wenige Grenzen die Wege zu Bach versperren.“

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